Geschichte
Unsere historischen Meilensteine

So fing alles an …

Der Firmensitz der Stadtwerke Ribnitz-Damgarten steht auf historischem Boden. Im Jahr 1864 begann hier eine Gasanstalt, das erste Steinkohlegas in die Stadt Ribnitz zu leiten. Schon im Frühjahr 1865 brachte es 75 Straßenlaternen zum Leuchten. Auch die Bewohner von Damgarten stellten Gas für Beleuchtungszwecke her, nachdem sie 1908 eine Aerogen-Gasanlage errichtet hatten.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands erhielten die Städte und Gemeinden der ehemaligen DDR das Recht auf Selbstverwaltung zurück. Dazu gehörte nach dem 1. Juli 1990 auch die Wiedergründung von Stadtwerken. Am 1. Oktober 1991 wurden die Stadtwerke Ribnitz-Damgarten gegründet. An der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags war die Stadt mit 51 Prozent der Anteile beteiligt. Die HGW HanseGas GmbH steuerte 39 Prozent bei, der Anteil der Stadtwerke Buxtehude betrug 10 Prozent. Weitere wichtige geschichtliche Meilensteine sehen Sie im Zeitstrahl auf einen Blick.

1. Oktober 1991

Gründung der Stadtwerke in den Gebäuden des alten Gaswerkes

Dringende Reparaturarbeiten am Wohnhaus waren notwendig. Die Gebäudewirtschaft Barth bat die dänische Gaskompanie, ihnen mitzuteilen, was mit dem Grundstück werden soll.

 

24. Juli 1992

Der Wirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern erteilt SRD die Genehmigung zur Gasversorgung. Ein Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur Stromversorgung wird am 24. September 1993 an den Wirtschaftsminister gestellt.

1. Januar 1994

Übernahme der Betriebsführung der Straßenbeleuchtung für die Stadt Ribnitz-Damgarten als Dienstleister (gemäß der Vereinbarung vom 3. November 1993).

6. August 1996

Durch eine symbolische Schieberöffnung wird das Gasnetz der Ortsteile Ribnitz und Damgarten offiziell miteinander verbunden. Dieser Akt gewährt eine höhere Sicherheit der Gasversorgung.

Ende 2009

An der ARAL-Tankstelle in Ribnitz entsteht eine Erdgaszapfsäule von VNG. SRD baut in Zusammenarbeit mit der TIAS Tiesler GmbH den dafür erforderlichen Hausanschluss und ist federführend bei der Installation und Sachverständigenabnahme.

1. Januar 2015

Die Stadtwerke Ribnitz-Damgarten unterzeichnen einen Dienstleistungsvertrag mit der HanseWerk Natur GmbH und übernehmen die Fernwärmeversorgung.

März 2024
Bild zeigt ein Icon in Oktagonform mit einer Grafik von einem Auto mit Stromstecker als Symbol für ein E-Auto

 

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat begonnen und die ersten E-Ladestationen sind aktiviert worden.

Mit dieser Erweiterung bieten wir nun insgesamt 10 öffentliche Ladepunkte mit einer Ladeleistung von jeweils 22 kW im Stadtgebiet an.

01. Oktober 2026
Bild zeigt Stadtwerke-Logo mit 35 Jahre zum Jubiläum

 

Jubiläum: 35-Jahre Stadtwerke Ribnitz-Damgarten

Historische Aufnahme: Schneckenlademaschine
Datei: Schneckenlademaschine
Historische Aufnahme: Steinkohle in den Retorten war entgast und zu Koks
Datei: Steinkohle in den Retorten war entgast und zu Koks
Historische Aufnahme: Vorschriftsmaessig hielt der Heizer beim Oeffnen der Retorte die ausgegangene Lunte
Datei: Vorschriftsmaessig hielt der Heizer beim Oeffnen der Retorte die ausgegangene Lunte
Historische Aufnahme: Koks zum Ablöschen bringen
Datei: Andere Sichtweise beim Entschlacken
Historische Aufnahme: Koks zum Ablöschen bringen
Datei: Koks zum Ablöschen bringen
Historische Aufnahme: zweirädrigen Kokslöschwagen aus Metall
Datei: Zweirädrigen Kokslöschwagen aus Metall

Harte Arbeit für das Stadtgas

Bevor Erdgas die Energieversorgung übernahm, wurde das Stadtgas im Ribnitzer Gaswerk aus Steinkohle hergestellt. Die Gasproduktion war ein aufwendiger und körperlich äußerst anspruchsvoller Prozess, der rund um die Uhr überwacht werden musste.

Die Gaswerker arbeiteten im Drei-Schicht-Betrieb an den Horizontalretortenöfen. Ein neu errichteter Ofen musste zunächst etwa 30 Tage lang beheizt werden, bevor er erstmals Gas erzeugen konnte. Während jeder Schicht wurden die Generatoren mit vier bis fünf Karren Koks oder Briketts beschickt, um die notwendige Hitze zu erzeugen.

Die Entstehung des Rohgases

Jede der eisernen Retorten fasste rund vier Zentner Steinkohle. Diese musste sorgfältig und gleichmäßig verteilt werden, damit die Gasgewinnung optimal verlief. Anfangs erledigten die Gaswerker diese schwere Arbeit ausschließlich mit Handschaufeln. Ab 1936 erleichterte eine elektrische Retortenlademaschine das Befüllen der Öfen erheblich.

Der Generator erzeugte ein sogenanntes Schwachgas, das durch Rohrleitungen die Außenwände der Retorten erhitzte. Dort entstanden Temperaturen von über 1.000 °C. Unter dieser starken Hitze wurde die Steinkohle entgast – dabei entstand das sogenannte Rohgas, aus dem später das Stadtgas gewonnen wurde.

Vom Kohlenstück zum Koks

Etwa alle zwei bis drei Stunden musste jede Retorte neu beschickt werden. Zuvor entfernte der Heizer den bereits ausgegasten Koks mit bis zu drei Meter langen Eisenstangen aus der Retorte. Der glühend heiße Koks fiel in einen zweirädrigen Metallwagen und wurde anschließend ins Freie gebracht. Dort löschte man ihn mit Wasser ab und sortierte ihn nach verschiedenen Korngrößen.

Beim Öffnen der Retorten war größte Vorsicht erforderlich. Mit einer Zündflamme – der sogenannten Lunte – wurden austretende Restgase sofort verbrannt, damit sie nicht in das Ofenhaus gelangen konnten. Diese Arbeit gehörte zum täglichen und vorgeschriebenen Sicherheitsablauf.

Arbeit unter extremen Bedingungen

Die Tätigkeit im Ofenhaus war geprägt von großer Hitze, Staub, Dampf und Lärm. Als einfacher Schutz vor Verbrennungen trugen die Arbeiter Holzpantoffeln. Trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen verrichteten sie täglich körperliche Schwerstarbeit.

Jeden Morgen mussten außerdem die Generatoren entschlackt werden. Hierzu öffneten die Gaswerker den Kellerschacht vor den Öfen und entfernten die heiße Schlacke mit langen Eisenstangen und Kratzern. Anschließend wurde sie aus dem Schacht geschaufelt und im Kohlenlager mit Wasser abgelöscht.

Auch die Wartung der Anlage gehörte zum Arbeitsalltag. Von einem hochgelegenen Laufsteg aus führten die Mitarbeiter Reparaturen durch und reinigten regelmäßig die Steigrohre von Teerablagerungen.

Technischer Fortschritt erleichtert die Arbeit

Mit der Einführung der elektrischen Schneckenlademaschine im Jahr 1936 wurde ein Teil der schwersten Handarbeit mechanisiert. Die Maschine verfügte über eine etwa drei Meter lange Lademulde, die mit einer genau abgewogenen Menge Steinkohle befüllt wurde. Anschließend schob eine Förderschnecke die Kohle gleichmäßig in die Retorte. Dadurch wurde das Befüllen der Öfen deutlich erleichtert und die Qualität der Gasproduktion verbessert.

Der Gasometer – Speicher für das erzeugte Gas

Nach der Erzeugung und Reinigung wurde das Stadtgas im Gasometer gespeichert. Er diente als Ausgleichsspeicher zwischen der kontinuierlichen Gasproduktion und dem schwankenden Verbrauch der Haushalte und Betriebe. Je nach Füllstand hob oder senkte sich der bewegliche Behälter im Inneren des Gasometers und sorgte so für einen gleichmäßigen Gasdruck im Versorgungsnetz.

Der Gasometer war damit das sichtbare Wahrzeichen des Gaswerks und ein unverzichtbarer Bestandteil der städtischen Energieversorgung.